Know-How

Gründung einer Tochtergesellschaft in Frankreich

Eine Tochtergesellschaft ist in der Regel ein Unternehmen, das mehrheitlich von einer anderen Einheit kontrolliert wird, die als Muttergesellschaft bezeichnet wird.

Diese Auslandsinvestition bietet zahlreiche Vorteile. Heutzutage sind rund 4.600 französische Unternehmen in der Hand deutscher Investoren.

1. VORTEILE EINER TOCHTERGESELLSCHAFT IN FRANKREICH

1.1 STRUKTURIERTE HERANGEHENSWEISE

In eine ausländische Tochtergesellschaft zu investieren, ist eine offizielle Bestätigung der Wachstumsstrategie. Sie ermöglicht es, den Unternehmensprozess zu strukturieren und eine neue Einheit mit lokaler rechtlicher Persönlichkeit zu schaffen.

1.2 ANNÄHERUNG AN DEN FRANZÖSISCHEN MARKT UND DIE KUNDEN

Die Hauptmotivation bei der Gründung einer Tochtergesellschaft in Frankreich liegt sicherlich in der Aussicht, sich besser in den lokalen Markt zu integrieren. Mit einer eigenen Einheit französiert das deutsche Mutterunternehmen seinen Ansatz und wird zu einem französischen Anbieter in Frankreich, ohne unter dem manchmal negativen Image einer leichten und ausländischen Struktur zu leiden. Kunden werden durch eine lokale Adresse und Gesprächspartner, die sich auf Französisch verständigen können, beruhigt.

1.3 LANGFRISTIGE PRÄSENZ SICHERN UND VERTRAUEN BEI PARTNERN STÄRKEN

Gegenüber Lieferanten, aber auch und vor allem gegenüber den lokalen Mitarbeitern, zeigt die Tochtergesellschaft die Ernsthaftigkeit und Nachhaltigkeit der deutschen Investition in Frankreich. Dies ist entscheidend, um qualifizierte Bewerber zu gewinnen und die besten Mitarbeiter zu halten. Es ist auch wichtig, wettbewerbsfähige Bedingungen von Lieferanten oder geeignete Finanzierungen von lokalen Banken zu erhalten.

1.4 VON LOKALEN VORTEILEN PROFITIEREN UND LEICHTER ERREICHBAR SEIN

Es liegt nahe, dass die Inanspruchnahme von Kurzarbeit oder staatlichen Hilfsmaßnahmen in Form von Subventionen, Krediten und Schulungen in erster Linie Unternehmen vorbehalten ist, die offiziell in Frankreich registriert sind. Die geografische, sprachliche und kulturelle Nähe der Tochtergesellschaft erleichtert zudem den Zugang zu lokalen Ausschreibungen und Beratungsdienstleistungen.

1.5 RISIKEN REDUZIEREN UND KONTROLLE BEHALTEN

Die französische Tochtergesellschaft ist eine rechtliche eigenständige Einheit und somit von der deutschen Muttergesellschaft getrennt. Die Tochtergesellschaft kann unabhängig Verpflichtungen oder Risiken eingehen und ihre eigenen Interessen verteidigen, ohne automatisch die Haftung der Muttergesellschaft zu übernehmen. Sie bildet eine Art Schutzschild zwischen den deutschen Gesellschaftern und den lokalen Gläubigern, zum Beispiel.

Dennoch kann die Muttergesellschaft, insbesondere wenn sie die Mehrheit des Kapitals besitzt, die vollständige Kontrolle über die Geschäftstätigkeit ihrer Tochtergesellschaft behalten. Dies ist ein entscheidender Unterschied zu der Kontrolle, die eine deutsche Unternehmensgruppe möglicherweise nur schwer bei einem lokalen unabhängigen Händler oder Vertreter erlangen kann.

1.6 EINBINDUNG LOKALER FÜHRUNGSKRÄFTE ALS ANTEILSEIGNER DER TOCHTERGESELLSCHAFT

Ein entscheidendes Erfolgskriterium auf dem französischen Markt ist Beharrlichkeit und Kontinuität. Diese können durch das ernsthafte Engagement lokaler Führungskräfte erreicht werden, die gleichzeitig Anteilseigner der Tochtergesellschaft sind. Dadurch verfolgen sie dasselbe Ziel wie die Muttergesellschaft: ein gesundes und nachhaltiges Wachstum der Tochtergesellschaft.

1.7 STEUERLICHE VORTEILE MAXIMIEREN UND DOPPELBESTEUERUNG VERMEIDEN

„Steuerliche Optimierung“ allein kann nicht das einzige Motiv für die Gründung einer Tochtergesellschaft in Frankreich sein. Nicht nur sind die Unterschiede in den steuerlichen Regelungen und Bestimmungen zwischen Frankreich und Deutschland minimal, sondern auch Themen im Zusammenhang mit Transferpreisen sind äußerst sensibel, sowohl für deutsche als auch für französische Steuerbehörden. Die Gewinnverteilung wird daher streng kontrolliert und sollte von einem französischen Steuer- und Buchhaltungsberater überwacht werden, der in der Lage ist, die steuerlichen Grenzen zwischen der Muttergesellschaft und ihrer Tochtergesellschaft genau zu identifizieren.

Abschließend ermöglicht eine lokale Steuererklärung eine Klärung der Situation und verhindert eine mögliche Doppelbesteuerung.

2. VERFAHREN, KOSTEN UND ZEITRAHMEN FÜR DIE GRÜNDUNG IHRER FRANZÖSISCHEN TOCHTERGESELLSCHAFT

2.1 UNTERSTÜTZUNG IN ANSPRUCH NEHMEN

Die Gründung einer französischen Tochtergesellschaft ist ein juristisches Verfahren, das eingehalten werden muss. Die Begleitung durch die bikulturellen und bilingualen Anwälte der Kanzlei Qivive ist ein guter Weg, um schnell Dokumente zu erhalten, die von den französischen Behörden anerkannt und von den Vertretern der Muttergesellschaft verstanden werden.

2.2 DIE RICHTIGE RECHTSFORM WÄHLEN

Je nach Anzahl der Gesellschafter, Höhe des gezeichneten Kapitals, der Haftungsbeschränkung der Gesellschafter sowie der Art der Kontrolle und Geschäftsführung sind in Frankreich verschiedene Gesellschaftsformen möglich:

  • Société à responsabilité limitée (GmbH – Gesellschaft mit beschränkter Haftung)
  • Société par Actions simplifiée (vereinfachte Aktiengesellschaft)
  • Société en commandite (KG – Kommanditgesellschaft)
  • Société anonyme (AG – Aktiengesellschaft)
  • etc.

Allgemein empfiehlt Qivive inzwischen ausnahmslos die SAS, also die vereinfachte Aktiengesellschaft. Anders als es der Name vermuten lässt, handelt es sich nicht, wie in Deutschland die AG, um eine komplexe Gesellschaftsform; die SAS ist besonders flexibel und ähnelt sehr der deutschen GmbH. Ein weiterer Vorteil: Sie ist im Geschäftsleben sehr anerkannt und der französischen GmbH (SARL) in vielen Belangen weit überlegen.

2.3 EINE GESCHÄFTSADRESSE WÄHLEN

Aus Gründen der Einfachheit und Bequemlichkeit melden deutsche Unternehmen ihre neue Tochtergesellschaft oft beim neu eingestellten und ernannten Geschäftsführer an. Um Interessenkonflikte zu vermeiden, ist es jedoch wichtig, die Interessen der Tochtergesellschaft von denen des Geschäftsführers zu trennen. Wenn die Tochtergesellschaft keine eigenen Büroräume hat, wird daher empfohlen, Domizilierungsdienste in Anspruch zu nehmen, wie sie beispielsweise von vif Solutions angeboten werden.

2.4 DIE GRÜNDUNGSSCHRITTE BEFOLGEN

  • Ausfüllen der Online-Checkliste zur Informationserhebung (Name, Stammkapital, Geschäftsführer, Firmensitz etc.)
  • Unterzeichnung eines Mietvertrags/ Domizilierungsvertrags
  • Erstellung der Satzung zweisprachige Version (Deutsch/Französisch)
  • Eröffnung eines Bankkontos anhand von Bestätigung des Satzungsentwurfs
  • Einzahlung des Grundkapitals
  • Unterzeichnung der Satzung (privatschriftlich)
  • Veröffentlichung der Gründung in Zeitschrift
  • Elektronische Einreichung zum Handelsregister

2.5 KOSTEN FÜR DIE GRÜNDUNG EINER FRANZÖSISCHEN TOCHTERGESELLSCHAFT

Die Kosten für die Gründung einer Tochtergesellschaft in Frankreich umfassen in der Regel:

  • Anwaltsgebühren für die Erstellung der Satzung
  • Veröffentlichungskosten
  • Gebühren für die Eröffnung eines Bankkontos
  • Mögliche Übersetzungskosten

vif Solutions kann Sie bei der Gründung Ihrer französischen Tochtergesellschaft unterstützen und bietet Ihnen eine individuelle Betreuung, die genau auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt ist.

3. PFLICHTEN DER FRANZÖSISCHEN TOCHTERGESELLSCHAFT

Eine Tochtergesellschaft ist eine eigenständige rechtliche Struktur, die allen lokalen Verpflichtungen, insbesondere in sozialen und steuerlichen Angelegenheiten, nachkommen muss. Die Verpflichtung, eine französische Buchführung zu führen und die erforderlichen Meldungen fristgerecht gemäß den gesetzlichen Vorschriften einzureichen, ist nicht verhandelbar, auch wenn der Partner ausländisch ist und weder die französische Sprache spricht noch versteht.

Mit seiner Tochtergesellschaft vif Tax, bietet vif Solutions die Führung einer französischen Buchhaltung, während die Kommunikation und der Austausch auf Deutsch erfolgen.

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Die Strukturen von vif Solutions begleiten seit über 20 Jahren erfolgreich Unternehmen und öffentliche Institutionen auf dem deutschen und dem französischen Markt.

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